Die Anrede des Bischofs Grigol über die Große und Heilige Panorthodoxe Synode

13411668_928709843904844_6065892973113839446_oDie Anrede des Bischofs Grigol (Berbichashvili), Metropolit von Poti und Chobi während der 10.06.2016 berufenen Synode über die Große und Heilige Panorthodoxe Synode
(Georgisch-Orthodoxe Kirche)

Eure Heiligkeit und Seligkeit!
Hochwürdige Bischöfe!
Vor zwei Wochen am 25. Mai hatten wir die Sitzung der Heiligen Synode, wo wir die kritischen Anmerkungen zu den Dokumenten der Großen und Heiligen Synode behandelt haben und dabei die Position der georgischen Kirche bestimmten. Wir haben uns entschieden, dass unsere Delegation an der kommenden Großen und Heiligen Synode teilnehmen wird. Wir haben dazu die Liste unserer Bischöfe und andere Delegaten bestimmt, die nach Kreta gehen sollten. Bei der genannten Synode hörten wir zu den Dokumenten der Großen und Heiligen Synode kritische Anmerkungen von Prof. Edisher Chelidze und Metropoliten Stephane von Tsageri und Lentechi, was auch offizielle Position unserer Kirche wurde. Zu dieser Position habe ich damals meine Meinung geäußert und eine Initiative vorgeschlagen, einen konsultativen Rat der qualifizierten Theologen und akademischen Personal zu schaffen. Die Heilige Synode hat dies berücksichtigt und in die Beschlüsse der Synode fixiert, wobei gleich bei der Synode gesagt wurde, dass dies aufgrund der kurzen Zeit unmöglich schien. Daher ist meine Initiative bisher nur auf dem Dokument. Heute nach fast zwei Wochen der letzten berufenen Synode, haben wir uns wieder versammelt, um nur ein einziges Thema zu behandeln: Gehen wir, die Delegation der georgischen Kirche, zur Panorthodoxen Synode auf der Insel Kreta. Heute ist es wieder notwendig geworden darüber zu diskutieren, ob wir dorthin gehen oder nicht, während bei der letzten Synode von 25. Mail die Unzufriedenheit mancher Teilnehmer über diejenigen geäußert wurde, die aufgrund verschiedener Ursachen absagten, nach Kreta zu gehen. Jetzt stelle ich eine Frage:


– Was geschah in diesen letzten zwei Wochen, was ist der Grund für diese heute einberufene Synode? Mit was haben wir zu tun? Geschieht etwas, was wir Mitglieder der Synode wissen müssten und nicht wissen?
Was ich hier heute gehört habe, ist nichts Neues. Wenn vor zwei Wochen alles klar war und wir bereit waren, die Delegation nach Kreta zu schicken, was geschah in dieser kurzen Zeit, was wir alle Bischöfe dieser Synode wissen müssten und nicht wissen?!


Die Gründe (neun Punkte), die heute hier Metropoliten Andrea von Gori und Ateni nannte, der Mitglied des Sekretariats der Großen und Heiligen Synode ist, war auch abgesehen von wenigen Ausnahmen bekannt für uns alle. Neu sind hier nur die Positionen der bulgarischen und serbischen Patriarchate, erstere sagte ab, an der Synode von Kreta teilzunehmen, und zweite äußerte den Wunsch, die kommende Synode zu verschieben und den Status der geplanten Synode zu ändern. Trotzdem hatte unsere Synode keine Schwierigkeiten gesehen und hat sich entschieden, die Delegation zur Teilnahme an der Großen und Heiligen Synode zu schicken, wo von 6 Punkten unsere Kirche 5 Punkte zustimmte, was wir auch bereits unterschrieben haben. Nicht unterschrieben ist allein das Dokument über die gemischte Ehe.


Einzig Neues, wie ich bereits oben erwähnte, ist, dass die Synode der bulgarisch-orthodoxen Kirche absagte, an der Großen und Heiligen Synode teilzunehmen und die Serben verlangten, die Synode zu verschieben und den Status der Synode zu ändern. Bald findet auch die Heilige Synode der russisch-orthodoxen Kirche statt, wo aufgrund der Absage der bulgarisch-orthodoxen Kirche die Frage der Teilnahme der russisch-orthodoxen Kirche behandelt wird, weil wie sie sagten, in der geplanten Synode gibt es die Vollständigkeit der orthodoxen Kirchen nicht mehr.
Ich möchte Ihre Aufmerksamkeit auf die folgenden Fragen machen:


– Die Kommission, die im Namen der georgischen Kirche an den Vorbereitungsprozessen teilnahm, hat ja einiges geleistet, aber wie ich von ihnen höre, war es schwierig, die eigene Positionen zu verteidigen. Dies alles sollten wir nicht hören, da wir bereits mit Unterschrift die Zustimmung der Kommission zu Dokumenten bestätigten. Die Dokumente, die heute große Kritik verdienen. Wir hätten viel früher darüber diskutieren und uns damit auseinandersetzen sollen und an diesen Prozessen hätten wir auch aktiv die vollständige Ressource von qualifizierten Theologen der georgischen Kirche teilnehmen lassen müssen. Leider geschah dies nicht so. Daher müssen wir in diesem Fall hier annehmen Fehler gemacht zu haben oder wir sollten hören, was wir unbedingt wissen müssen, aber nicht wissen!

Leider hören wir nichts dergleichen!

Jetzt das Nächste:
Wenn georgische Kirche absagt, an dieser Synode teilzunehmen, welche Konsequenzen werden wir in diesem Fall erwarten?
– Wird die Große und Heilige Synode scheitern und wir damit eine peinliche Situation vermeiden?
– ich denke nicht so; wenn wir nicht zur Synode gehen, werden wir in der Gesellschaft den Verdacht vertiefen, der bereits da ist, dass die georgische Kirche ein russischer Pol bleibt. Dies wird für unser Land und für unsere Kirche wahrscheinlich entsprechende Konsequenzen haben, was nicht gut sein wird.
Hier wurde auch gesagt: Würde die georgische Kirche an der Synode teilnehmen, würde die georgischen Delegation ihre Positionen nicht verteidigen können.
– Ja, wenn unserer Positionen grundsätzliche theologische Argumente fehlen, werden wir nicht nur dies nicht verteidigen, sondern auch wird es möglich sein, in eine sehr peinliche Situation zu kommen.
– Aber, wenn wir überzeugt sind, dass unsere Positionen wahr sind und dafür zusätzlich feste und wahre Argumente haben, was kann uns entgegenstehen? Warum sagen wir nein, dorthin zu gehen und warum sagen wir nein, dort zwischen unseren Brüdern unsere Positionen zu verteidigen, wo das sehr große Bedeutung hat?! Dies würde doch die Bezeugung der Wahrheit sein, die wir bei unserer letzten Synode hörten! Wohin ist unser Optimismus verschwunden?
Ich denke, dass wir mit dem Nichtgehen zur Synode die Probleme nicht erledigen, sondern sie noch mehr vertiefen.
– Welche Lösung sehe ich in der geschaffenen Situation heute und jetzt?
Ich denke, dass die Delegation auf jeden Fall nach Kreta gehen muss um dort unsere Position zu verteidigen: Ich weiß, dass dies schwierig ist, aber dies ist eine wichtige Mission.

Wenn die Heilige Synode denkt, dass der heilige Patriarch vielleicht in eine schwierige Situation vor den Oberhäupter der Ortskirchen käme, schlage ich in diesem Fall vor:
Die Delegation wird dahin gehen, bestehend aus ein paar Bischöfen unter denen unbedingt ein Bischof sein muss, der griechisch kann. In dieser Delegation muss unbedingt eine Theologengruppe dabei sein und unter denen auch Herr Prof. Edisher Chelidze, um vor der Großen und Heiligen Synode dies zu bezeugen, was wir hier im geschlossenen Raum hören.


Der Leiter der Delegation muss das legitime Recht haben, um je nach Situation zu entscheiden, was das Interesse der Kirche verlangt, auch wenn er die Synode verlassen müsste.


Bei der Großen und Heiligen Synode muss der georgische Vertreter auf Georgisch reden; leider denkt man bis heute und stellt man sich vor, dass wir zum russischen Gedankenraum gehören und Satellit der russischen Kirche sind. Von dieser Situation herauszukommen ist für unsere Kirche eine große Herausforderung und eine große Aufgabe.
Eure Heiligkeit, verehrte Bischöfe und Brüder, ich habe Ihnen alles dies mitgeteilt, was ich denke.
Verzeihet mir, falls jemandem meine Meinung nicht gefällt und nicht teilen wird. Die Synode ist ja dafür da, dass wir diskutieren, um letztendlich richtige Entscheidungen zu treffen.

† Grigol (Paziseli)
Metropolit von Poti und Chobi
10.06.2016